Stolberger Geburtsklinik schließt sich weltweiten Initiative zur Förderung des Stillens an. Auszeichnung wird in einem Jahr angestrebt.
Die Bedeutung des Stillens für Mütter und Kinder ist unbestritten. Im Laufe des letzten Jahrhunderts sind jedoch weltweit immer weniger Babys gestillt worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) haben gemeinsam die „Babyfriendly Hospital Initiative" (BFHI) ins Leben gerufen. Ziel der Initiative ist es, die Rahmenbedingungen für das Stillen zu verbessern und Mütter zum Stillen zu ermutigen. Der Initiative angeschlossen hat sich jetzt das Bethlehem-Krankenhaus. Damit begibt sich das Stolberger Haus, als erstes in Stadt- und Kreis Aachen, auf den Weg zur Auszeichnung als „Babyfreundliches Krankenhaus".
„Wir sind Mitglied geworden, weil der Grundgedanken der Initiative mit der Philosophie unserer geburtshilflichen Abteilung übereinstimmt", erklärt Ansgar Cosler. „Wir erreichen schon im Vorfeld die von WHO und UNICEF geforderte Stillquote, haben fachkundige Still- und Laktationsberaterinnen und noch einige Begebenheiten mehr, die als Bedingungen für ein „Babyfreundliches Krankenhaus" gelten", so der leitende Oberarzt weiter.
Mit dem Eintritt in die Initiative verpflichtet sich das Bethlehem-Krankenhaus innerhalb von drei Jahren sich dem geforderten Standard eines „Babyfreundlichen Krankenhauses" anzugleichen. Bevor es zur letztendlichen Auszeichnung kommt, wird die Geburtsklinik von erfahrenen Gutachtern überprüft. Cosler ist zuversichtlich: „Da die Grundvoraussetzungen bei uns bereits vorhanden sind und diese nur noch weiter ausgebaut werden müssen, streben wir eine Überprüfung und somit die Auszeichnung schon in etwa einem Jahr an."
Laut WHO und UNICEF nehmen heutzutage Geburtskliniken und medizinisches Fachpersonal bei der Still- und Bindungsförderung eine Schlüsselstellung ein. Wichtige Kenntnisse über Stillen und Stillpraktiken werden immer seltener von Generation zu Generation weitergegeben. Das Stillen hat seine Selbstverständlichkeit verloren. Die Folge: Nach Schätzung der WHO sterben jedes Jahr 1,3 Millionen Kinder an Krankheiten, die durch Stillen vermieden werden könnten. Vielen Millionen Kindern würde das Stillen eine gesündere körperliche und psychische Entwicklung ermöglichen. Und nur ein Teil der Frauen nutzt die Möglichkeit, durch Stillen ihr Risiko zu senken, beispielsweise an Brustkrebs, Eierstockkrebs oder, nach Schwangerschaftsdiabetes, an manifestem Diabetes mellitus und Wochenbettdepressionen zu erkranken. Zudem fördert das Stillen die Bindung zwischen Mutter und Kind nachhaltig.
Link: Klinik
für Gynäkologie im Bethlehem Krankenhaus